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Die Blutegeltherapie

Was ist ein Blutegel?

Der Blutegel gehört zur Klasse der Ringelwürmer (Aniliden). Das natürliche Verbreitungsgebiet
erstreckt sich über Deutschland, Schweiz, Österreich, Osteuropa und Nordafrika.

Leider ist der Blutegel in diesen Breiten sehr selten geworden. Dies hatte zwei Gründe. In der
Vergangenheit war es der hemmungslose Import nach Frankreich, England und die USA, heute ist es
das vielerorts verunreinigte Wasser. Der Blutegel ist auf reines Wasser angewiesen.

Nach dem Ort ihrer Herkunft erfolgt die Unterteilung in: den deutschen Blutegel (Hirudo medicinalis)
und den Balkanegel (Hirudo officinalis). Es handelt sich jedoch um die gleiche Art. Bezogen werden
die Blutegel entweder über Apotheken oder direkt aus deutschen, kontrollierten
Blutegelzuchtanstalten.

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Welche Rolle spielt die Blutegelbehandlung in der modernen Humanmedizin?

Bereits die Ägypter der Pharaonenzeit kannten die heilende Wirkung der Blutegel.
Während man früher die Wirkung des Aderlasses benutzte, ist dieser Aspekt heute zweitrangig.
Mit den modernen Analysenmethoden der Medizin, konnten die Wirkstoffe, welche der Blutegel beim
Saugen abgibt, als entscheidendes Therapieprinzip identifiziert werden.
Die natürliche Wirkstoffkombination des Blutegels ist einzigartig. Sie wirkt:

- gerinnungshemmend
- blutreinigend
- entgiftend
- entzündungshemmend
- entstauend
- krampflösend
- beruhigend (entspannend)
- umstimmend
- schmerzlindernd

Beschleunigung des Lymphstroms: An der Ansatzstelle fließt Lymphflüssigkeit aus dem Gewebe.
Ablagerungen, welche den Lymphstrom behindern, werden ebenfalls ausgeschieden.

Schutz vor Thrombose: Die Venen-Wände werden durch die Behandlung von geronnenen
Ablagerungen (Thromben) befreit. Abhängig von dem Grad der Vorschädigung, ist die Venenwand
danach geglättet, so dass eine erneute Thrombenbildung für eine Weile ausgeschlossen werden
kann.

Krampflösende Wirkung: Schmerzen lassen meist sofort während der Behandlung nach. „Schwere
Beine“, Schwellungen und Wasseransammlungen werden rasch abgebaut.

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Wirkstoffe

Hirudin Hemmung der Blutgerinnung durch Bindung an
Thrombin
Calin (Saratin) Hemmung der Blutgerinnung durch
Verhinderung der Bindung des Von-Willebrand-
Faktors an Kollagen; Hemmung der
kollagenvermittelten Plättchenaggregation –
bewirkt die ca. 12 stündige Nachblutzeit
Bdelline Antientzündlich
Hyaluronidase Antibiotikum, gewebslockernd
Egline Antientzündlich, hemmen die Aktivitäten von
alpha-Chymotrypsin, Chymase, Subtilisin,
Elastase und Kathepsin G
Hemmstoff der Carboxypeptidase A Erhöht den Bluteinstrom zur Bissstelle

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Sicherheit, Qualität und Wirksamkeit

Die Blutegel sind als Fertigarzneimittel eingestuft und unterliegen dem Arzneimittelgesetz.
„Die Naturheilpraxis“ verpflichtet sich, nur bei Blutegelzüchtern, die dieser hohen Anforderung an Haltung und Zucht umfassend erfüllen, zu bestellen.

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Bei welchen Indikationen/Erkrankungen ist eine Blutegeltherapie angezeigt?

Blutegel wirken blut- und lymphstrombeschleunigend, entlastend und entgiftend, allgemein und
örtlich abwehrsteigernd.

Positive bis sehr positive Erfahrungen liegen bei folgenden Erkrankungen vor:

  • Varicosis/Venenerkrankungen
    Variköse Ausweitungen und Klappeninsuffizienzen können nicht rückgängig gemacht werden.
    Blutegel helfen jedoch schnell bei Begleiterscheinungen wie: Schwellungen, Schweregefühl,
    Schmerzen an Varixknoten oder im perivenösen Gewebe. Begleitend wird empfohlen:
    Homöopathische Therapie, Gewichtsnormalisierung bei Adipositas, Bewegungstherapie,
    Kneipp-Hydrotherapie. Ebenfalls sinnvoll sind Stütz-/Kompressionsstrümpfe zur Optimierung
    des Behandlungserfolges. Es kommt bei dieser Therapieform zur einer symptomatischen
    Besserung, i. d. R. nicht aber zu einem kosmetischen Ergebnis, also zu einer Rückbildung von
    Varizen.
  • BesenreiserVaricosis (asymptomatische Form der Varicosis): Hier können
    optische/kosmetische Besserungen auftreten.
  • Gelenkarthrosen
  • Rheumatische Erkrankungen (Rheumatoide Arthritis – wird allerdings nicht
    empfohlen, wenn mehrere Gelenke betroffen sind; Fibromyalgiesyndrom)
  • Akute und chronische Gelenkschmerzen (z. B. Kniegelenks-,
    Daumensattelgelenksarthrose)
  • Sehnen- und Sehnenscheidenentzündungen (Tennisellenbogen, Golfarm)
  • Bluthochdruck (unterstützende Behandlung)
  • Mittelohrentzündung/Tinnitus/Hörsturz
  • Furunkeln/Karbunkeln/Abszesse
  • Wirbelsäulen- und Kreuzbeinsyndromen
  • Durchblutungsstörungen der Haut
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Was passiert bei der Blutegeltherapie?

Der Blutegel gehört zur Klasse der Ringelwürmer (Aniliden). Das natürliche Verbreitungsgebiet
erstreckt sich über Deutschland, Schweiz, Österreich, Osteuropa und Nordafrika.

Leider ist der Blutegel in diesen Breiten sehr selten geworden. Dies hatte zwei Gründe. In der
Vergangenheit war es der hemmungslose Import nach Frankreich, England und die USA, heute ist es
das vielerorts verunreinigte Wasser. Der Blutegel ist auf reines Wasser angewiesen.

Nach dem Ort ihrer Herkunft erfolgt die Unterteilung in: den deutschen Blutegel (Hirudo medicinalis)
und den Balkanegel (Hirudo officinalis). Es handelt sich jedoch um die gleiche Art. Bezogen werden
die Blutegel entweder über Apotheken oder direkt aus deutschen, kontrollierten
Blutegelzuchtanstalten.

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Wie lange dauert eine Blutegelbehandlung?

Hat der Blutegel angebissen, so lässt man ihn 60 bis 90 Minuten saugen. Meist fallen die Blutegel
jedoch nach 45 Minuten ganz von alleine ab. Danach beginnt die Wunde tropfenweise 8 – 12
Stunden nachzubluten (gewollter Effekt, welcher nicht unterbunden werden sollte!). Die Wunde wird
mit gut saugfähigem Verbandsmaterial abgedeckt. Der Therapieerfolg tritt oft unmittelbar nach der
Behandlung ein und hält häufig monatelang.

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Wie hoch ist der Blutverlust?

Der Blutegel nimmt in der Zeit des Saugens ca. 10 ml Blut und Lymphflüssigkeit auf. Auf die
Nachblutungszeit entfallen noch einmal 40 ml.

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Wie ist es nach Beendigung der Behandlung?

Nachdem der Blutegel abgefallen oder abgenommen ist, wird eine stecknadelkopfkleine Bissstelle
sichtbar, aus welcher tröpfchenweise Blut austritt. Dieses Nachbluten sollte nicht unterbrochen
werden, da es mit zu dem komplexen Vorgang der Stauungsauflösung gehört. Darüber hinaus ist die
Nachblutung im Grunde ein willkommener, natürlicher Aderlass, der reaktiv zu einer
Blutauffrischung und Erneuerung führt. Das Nachbluten sollte auch aus einem anderen Grund nicht
unterbrochen werden: das Nachbluten ist bereits ein biologischer Heilvorgang. Wird künstlich
eingegriffen, ist das therapeutische Höchstmaß der Behandlung nicht mehr zu erreichen.

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Wer führt eine Blutegelbehandlung durch?

Von Ausnahmen abgesehen wird die Blutegeltherapie heute nur in den klassischen Naturheilpraxen
durchgeführt. Aus folgenden Gründen:

  1. Kliniken und Ärzte haben Angst vor einer bakteriellen Infektion (daher werden nur Blutegel
    verwendet, welche den Anforderungen des Arzneimittelgesetztes entsprechen)
  2. Die Behandlung ist sehr zeitaufwendig. Der Therapeut ist mindestens eine Stunde mit dem
    Patienten beschäftigt.
  3. Blutegel wollen nicht immer beißen

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Kontraindikationen

  1. Hämophilie, medikamentöse Antikoagulation
  2. Anämie
  3. Erosive Gastritis und mögliche gastrointestinale Blutung
  4. Infektionskrankheiten im akuten Stadium
  5. Schwerwiegende Organerkrankungen und Immunsuppression
  6. Ausgeprägte allergische Diathese
  7. Schwangerschaft
  8. Allgemeine und örtlich begrenzte Wundheilungsstörungen
  9. Kelloidneigung

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Unerwünschte Wirkungen der Blutegeltherapie

  1. Lokaler Schmerz während der Behandlung, dieser tritt meist unmittelbar nach dem Biss auf
    und dauert etwa 1 – 5 Minuten. Der Schmerzcharakter wird meist als leicht bis
    vernachlässigbar angegeben. Meist wird ein leichtes, manchmal auch etwas stärkeres,
    rhythmisches Ziehen von 1 – 3 Minuten registriert.
  2. Lokaler Juckreiz an der Bissstelle tritt sehr häufig, in den ersten Tagen nach der Behandlung
    (hier hilft gut die Homöopathie), auf. Ein Aufkratzen sollte unbedingt vermieden werden,
    denn eine Narbenbildung bzw. Infektion könnte folgen.
  3. Kreislaufdepressionen und vasovagale Reaktionen (1:1000) – Besprechung bei
    Anamneseerhebung (Furcht vor Blut und Spritzen,…)
  4. Blutverlust - HB-Abfall von 0,7 mg/dl
  5. Wundheilungsstörungen, Superinfektionen, Allergien: Die Wundräder schwellen die ersten 12
    – 48 Stunden an, verbunden mit einem lokalen Spannungsgefühl, Überwärmung und Rötung.
    Wie bei einem oberflächlichen Bluterguss gehen die initial rot-violetten Verfärbungen nach
    einigen Tagen ins Gelbliche über und verschwinden schließlich nach etwa 2 Wochen.
  6. Sepsis: kommt eigentlich nur bei der rekonstruktiven Chirurgie vor, allerdings nur bei
    entsprechend schwerer Grunderkrankung oder Immunsuppression.
  7. Übertragung von Krankheitserregern: keine Relevanz, da die Blutegel nur zur einmaligen
    Anwendung beim Menschen gebraucht werden.
  8. Narbenbildung: Die Narben verkleinern sich in der Regel rasch auf kaum oder nicht mehr
    sichtbare kleinste dreizackige Spuren und verschwinden nach ein bis drei Wochen.
    Kommt es hingegen durch Kratzen oder sekundäre Infektion zu verzögerter Wundheilung,
    können die Narben über längere Zeit deutlicher sichtbar werden.

Literatur:
1) Blutegeltherapie von Andreas Michalsen/Manfred Roth
2) Sbbez-Flyer: Die Blutegeltherapie

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